Der Europäischen Union fehlen die Symbole, sie präsentiert sich meistens grau und gesichtslos. Das muss nicht so sein. DIE ZEIT führte ein Gespräch mit dem niederländischen Stararchitekten Rem Koolhaas.
DIE ZEIT: Herr Koolhaas, was fällt Ihnen spontan ein, wenn Sie an Europa denken?
Rem Koolhaas: Scham. Mir ist es unglaublich peinlich, wie mit dem Thema umgegangen wird, wie sehr wir die Möglichkeiten der EU unterschätzen. Wie wenig wir wissen. Auch ich wusste lange fast nichts.
(…)
ZEIT: Offensichtlich will sich Europa anders attraktiv machen. Mehr Bürgernähe lautet der Slogan.
Koolhaas: Ach, das ist doch auch wieder nur so ein Modewort. Wenn die Politiker Bürgernähe wollten, könnten sie die ganz einfach kriegen. Bürger gibt es überall. Frau Merkel sollte den Nebel aus der Politik vertreiben. Dann wird das Ganze auch wieder interessant und attraktiv. Politische Prozesse sind heute viel zu oft viel zu undurchsichtig. Wissen Sie, wie das europäische Parlament funktioniert? Wir haben keine gute Darstellung gefunden und dann selbst eine Grafik entworfen. Mit einem Blick darauf versteht jeder, wie das funktioniert.



